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Die Entlassungswelle bei Lenovo: Von Shanghai bis Bangalore

19.9.2026#联想#裁员#印度制造#供应链
Die Entlassungswelle bei Lenovo: Von Shanghai bis Bangalore
Hallo zusammen, heute ist Wochenende, und da gleich die Live-Übertragung ansteht, lassen Sie uns einfach ein bisschen plaudern. Ich habe kürzlich von der zweiminütigen Entlassungswelle bei Lenovo gehört – das war ziemlich schockierend. In der gesamten ISG (Infrastructure Solutions Group) in Shanghai wurden Hunderte von Mitarbeitern auf einen Schlag entlassen. Lenovo zieht sich im Inland zurück und expandiert gleichzeitig nach Indien – aus geopolitischer und industrieller Sicht ist das eine ziemlich komplexe Angelegenheit. Am 1. Dezember kündigte Lenovo kurzfristig eine 15-minütige Online-Besprechung an, doch der leitende Manager, der die Besprechung leiten sollte, kam 13 Minuten zu spät. Da nur noch zwei Minuten Zeit waren, wurde eine aufgezeichnete Nachricht abgespielt, in der einseitig mitgeteilt wurde: Die Entscheidung des Unternehmens laute, dass alle Anwesenden „optimiert“ würden – Ende der Sitzung. Die Mitarbeiter kritisierten, dass Lenovo dies zwar als „besondere Belohnung für das Team“ verpackte, es sich in Wirklichkeit aber um eine Abfindung handelte. Jeder musste sich je nach seinen Fähigkeiten um „N plus 2“ oder „N plus 3“ bemühen; wer Glück hatte, konnte vielleicht sogar „N plus 6“ erreichen. Lenovo hatte erst Ende letzten Monats den Finanzbericht für das zweite Quartal veröffentlicht. Die Zahlen waren gut: Der Gesamtumsatz des Konzerns stieg um 15 %, der Umsatz der ISG-Sparte um 24 % – man kann sagen, dass dies sehr beeindruckend war. Daher konnten sich viele nicht vorstellen, dass ausgerechnet der ISG-Bereich gestrichen wurde. ISG ist einer der drei Hauptgeschäftsbereiche von Lenovo, die beiden anderen sind der Bereich für intelligente Geräte (IDG) und der Bereich für Lösungsdienstleistungen (SSG). ISG setzt auf Stabilität, während SSG sehr hohe Gewinne erzielt. ISG verzeichnet das höchste Umsatzwachstum, seine Rentabilität ist jedoch sehr unbeständig. Ursprünglich ging der Geschäftsbereich aus dem Servergeschäft von IBM hervor und wurde später als DCG (Data Center Group) weitergeführt. Nach der Umstrukturierung zur ISG im Jahr 2021 umfasste er Cloud-Dienste und KI-Infrastruktur. Im Hardware-Bereich konkurrierte er mit Dell und HPE, wobei der Preiskampf die Gewinnmargen in der Branche auf ein Minimum drückte. Auch die Cloud-Dienste erzielen gute Umsätze und hohe Absatzzahlen, doch die Bruttomarge liegt unter dem Branchendurchschnitt. Der ISG-Bereich war in den Jahren 2023–2024 einmal profitabel, doch da Lenovo nun sein 40-jähriges Jubiläum feiert, kündigte Yang Yuanqing an, die KI-Transformation im nächsten Jahrzehnt zu beschleunigen. Daher werden massive Investitionen in Forschung und Entwicklung getätigt, insbesondere in zukunftsweisende Bereiche wie Hochleistungsrechnen und Flüssigkeitskühlung. Diese strategischen Investitionen verursachen enorme Anfangskosten, was in diesem Quartalsbericht zu einem Verlust von über 30 Millionen US-Dollar führte. Die Rentabilität der bestehenden Geschäftsbereiche reicht nicht aus, um die neue Kostenstruktur zu tragen, was dazu führt, dass der gesamte Geschäftsbereich etwas unrentabel erscheint. Lenovos Vorgehen in dieser Phase ist sehr entschlossen, ja sogar radikal. Betroffen ist nicht nur die ISG in Shanghai, sondern auch die Forschungs- und Entwicklungsteams für Software, Firmware und Betriebssysteme an anderen Standorten, die für den Geschäftsbereich tätig sind. Es wurden nicht nur Stellen im Inland abgebaut, sondern im Juli auch mehr als 100 Mitarbeiter in den USA entlassen. Neben dem Stellenabbau gibt es aber auch Expansionen. Lenovo betrachtet Indien als entscheidende Plattform für die Zukunft und positioniert das Land als Drehscheibe für KI-Entwicklung, Halbleiterfertigung und digitale Infrastruktur. In Bangalore hat das Unternehmen ein KI-Zentrum errichtet, dessen Personalbestand rasch von 400 auf 1.400 Mitarbeiter ausgebaut werden soll. Dazu gehört auch ein Werk in Chittorgarh, in dem KI-Server und GPU-Einheiten produziert werden sollen. Geplant ist, den Umsatz in Indien in den nächsten drei Jahren zu verdoppeln. Warum die Verlagerung von China nach Indien? Hinter der Ressourcenoptimierung und strategischen Neuausrichtung auf Konzernebene stehen Marktbedingungen, Fachkräfte und geopolitische Faktoren. Der indische Markt wächst rasant, und in allen Branchen besteht Bedarf an KI-Lösungen. Zudem verfügt das Land über eine große Zahl kostengünstiger, junger IT-Fachkräfte. Die Regierungsinitiative „Make in India“ sowie finanzielle Anreize tragen ebenfalls dazu bei, die Betriebskosten zu senken. Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die Diversifizierung der Lieferkette zur Vermeidung potenzieller Zollrisiken. In der globalen Lieferkette ist derzeit das Konzept „China plus eins“ vorherrschend, d. h., neben China wird ein weiterer Standort – in der Regel Indien, Vietnam oder Mexiko – als Produktionsstandort außerhalb Chinas ausgewählt. Dies stärkt die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette und verringert das Risiko. Dies ist ein Aspekt, den jedes multinationale Unternehmen berücksichtigen muss. Lenovo hat sich bereits frühzeitig und sehr durchdacht mit diesem Thema auseinandergesetzt. Vor seinem 20-jährigen Jubiläum hieß das Unternehmen „Legend“ und wurde anschließend in „Lenovo“ umbenannt, um die Registrierung im Ausland zu vereinfachen. Man kann sagen, dass Lenovo schon sehr früh begonnen hat, seine strategische Ausrichtung aus einer globalen Perspektive zu betrachten. Liebe Zuschauer, heute ist Wochenende – lassen Sie uns über diese Themen sprechen. Wir sehen uns um 21:30 Uhr im Livestream.